NSU Terror Faschismus 

In Gedenken an Enver Şimşek, ermordet vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU)

Am 9.September 2000 schoss der NSU in Nürnberg auf Enver Şimşek, der zwei Tage später verstarb. Er hinterließ eine Frau und zwei Kinder. Der Blumenhändler war ihr erstes Mordopfer. Anstatt die Tat als neonazistisches Verbrechen zu sehen, behauptete die Polizei es hätte sich um eine Streiterei im Drogenmilieu gehandelt. Laut ihnen hätte Şimşek mit Drogen gehandelt.

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Auch wurde der Täter innerhalb der Familie vermutet. Laut Ermittlungsakte der Kriminalpolizei hielten sich die Angehörigen „mit der Äußerung eines Tatverdächtigen auffallend zurück“ und wurden deshalb verdächtigt, einen möglichen Täter innerhalb der Familie schützen zu wollen. Laut Einschätzung des ermittelnden Beamten stand damals fest, „dass die Witwe und die Familie bislang nicht ihr gesamtes Wissen zu möglichen Tathintergründen preisgegeben haben.“

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„Nicht mal zwei Tage nach dem Mord wurden die Telefone der Hinterbliebenen angehört. Beamte der Polizei haben Nachbarschaft und Freunde gefragt: Wie hat denn die Frau Şimşek auf den Tod ihres Mannes reagiert? Wie lange hat sie geweint?“ so Seda Başay-Yıldız, Anwältin der Familie Şimşek. Die Anwältin erhält seit August 2018 rassistische Drohschreiben und wird vom NSU 2.0 bedroht.

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Şimşeks Witwe wurde von den Ermittlern ein Foto einer anderen Frau gezeigt, mit der ihr Mann angeblich eine Beziehung geführt und mit der er zwei Kinder habe. Dies war jedoch erlogen. Enver Şimşek kannte die Frau auf dem Foto nicht. Şimşeks Bruder wurde erzählt, dass sich Enver geäußert hätte ihn „fertig machen“ zu wollen, was ebenfalls erlogen war.

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Die Hochzeit einer Verwandten, die nur im engsten Familienkreis stattfeand, anstatt "wie üblich, im Rahmen einer großen Feier zelebriert“ zu werden, kam der Polizei ebenfalls verdächtig vor. Die Verwandte wurde gefragt, ob sie zu ihrem Onkel Enver Şimşek „eine intime Beziehung“ geführt habe.
Elf Jahre musste die Familie des Getöteten unter der Ungewissheit und den falschen Verdächtigungen leben, bis der NSU aufflog.

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Die Akten der NSU-Morde, die zunächst unter dem rassistischen Namen „BAO Bosporos“ untersucht und als „Döner-Morde“ bekannt wurden, sollten zunächst für 120 Jahre unter Verschluss bleiben, was mittlerweile auf 30 Jahre herabgestuft wurde. Die Ermittlungen waren geprägt von V-Männern, Ermittlungspannen, Vertuschung und Aktenvernichtung. Deshalb fordern wir die Freigabe der NSU-Akten. Kein Schlussstrich!

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