Erweiterung des AWO Frauenhaus

Während des ersten Lockdowns berichteten wir über die Lage der Frauenhäuser in Würzburg und der Notwendigkeit solcher Einrichtungen:
(twitter.com/schwarzlichtwue/st
de-de.facebook.com/schwarzlich)
Am 28. September fand eine Sitzung des Sozialausschusses der Stadt Würzburg im Rathaus zum Thema „Platzerweiterung des AWO Frauenhaus“ statt. Die Präsentationsfolien liegen uns vor. Zunächst wurden die allgemeinen Bedingungen betont. [1/x]

Frauenhäuser sind als Gewaltschutz- und Kriseneinrichtungen auf absolute Anonymität angewiesen, weshalb nicht alle Infos für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Weder Details wie der Standort, noch Einzelheiten zum Schutzsystem dürfen bekannt werden. Nur so können Betroffene und ihre Kinder geschützt werden.

2019 fanden insgesamt 69 Personen, 26 Frauen mit 43 Kindern, für 4412 Tage Schutz im AWO Frauenhaus. Bei den Kindern stellte dies eine Belegung von 129,95% dar. [2/x]

Doch schon seit Jahren reichen die Kapazitäten des Frauenhauses nicht mehr aus. Seit 2011 gab es nur zwei Jahre, in denen das Haus nicht voll- oder überbelegt war (2013: 89,4% & 2016: 90,3%). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer schwankte hierbei zwischen 54 (2008) und 97 (2015) Tagen. Die Bewohner:innen kommen hauptsächlich aus Würzburg, dem Landkreis Würzburg und dem Landkreis Main-Spessart (je zu 23%). Allerdings kommen Anfragen von Personen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland. [3/x]

Allein 2019 konnten 68 Frauen wegen Überbelegung nicht aufgenommen werden. Frauenhäuser stellen jedoch eine wichtige Schutzinstanz dar. Dass – meist verzweifelte - Hilfesuchende und ihre Kinder abgewiesen werden, ist nicht hinnehmbar und stellt eine massive Gefahr für Leib und Leben der Frauen und ihrer Kinder dar! Es darf keine finanziellen Überlegungen geben, ob Frauenschutzräume geschaffen werden! Stattdessen muss in diese und in ihr Personal mehr Geld gesteckt werden! [4/x]

Die Stadt Würzburg und die Landkreise Würzburg, Main-Spessart und Kitzingen haben nun beschlossen, dass das Frauenhaus der AWO (derzeit sechs Plätze) erweitert werden soll. Das Frauenhaus des SkF wurde bereits 2015 von fünf auf sechs Plätze erweitert.
Auszug aus der Präsentation (3b) Entwurfsplanung Bestandsimmobilie):
„-Zentrale Elemente des Konzepts
• Alle 12-13 Plätze sind barrierefrei, ein Appartment pro Etage rollstuhlgerecht geplant (3 Plätze)
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• Keine Wohngemeinschafts- sondern Appartmentstruktur
• Verfügen über eigene Nasszelle und auch Küchenbereich
• Neu erreichbare Zielgruppen: Frauen mit vielen Kindern, Frauen mit Beeinträchtigungen (Rollstuhl, Seh- und Hörbeeinträchtigung), Frauen mit älteren und insbesondere männlichen Jugendlichen
• Großer sichtgeschützter Außenbereich mit Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder
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• Wohneinheiten werden unterschiedlich gestaltet, um in den nächsten Jahren flexibel auf wechselnden Bedarf einzugehen“
Während des Umbaus wird eine Ersatzimmobilie bezogen, die am 1.1.2021 eine Platzerweiterung von sechs auf zehn Plätze bietet. Ab Frühjahr 2023 soll der Betrieb im neuen Haus wieder aufgenommen werden, womit sich die Zahl der Plätze auf 12-13 erhöht.
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Sie sind – oder jemand den Sie kennen ist – von (häuslicher) Gewalt betroffen? Schauen Sie nicht weg! Suchen Sie sich Hilfe oder bieten sie Betroffenen Hilfe an.

Angebote in Würzburg:
Frauenhaus der Arbeiterwohlfahrt, Bezirksverband Unterfranken e.V.
Tel. 0931 - 61 9810
E-Mail: [email protected]
awo-unterfranken.de/einrichtun

Frauenhaus im SkF – Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Würzburg
Tel. 0931 – 45 00777
E-Mail: [email protected]
www.skf-wue.de
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Deutschlandweite Angebote (Auszug aus der gemeinsamen Pressemitteilung von bff, BKSF, FHK und ZIF):
Hilfeangebote:
• Bundeshilfetelefon "Gewalt gegen Frauen": unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 116 016 (rund um die Uhr, täglich), Online-Beratung, hilfetelefon.de/
• Beratungsstellen Gewalt gegen Frauen und Mädchen: frauen-gegengewalt.de/de/hilfe
• Frauenhäuser bundesweit: frauenhauskoordinierung.de/hil
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• Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: kostenlose und anonyme Beratung sowie Verweis auf Unterstützungsangebote vor Ort unter der Nummer 0800 – 22 55 300 (Mo, Mi, Fr: 9-14 Uhr, Di und Do: 15 bis 20 Uhr), Online-Beratung unter save-me-online.de
• Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 116111 (kostenfrei von Handy und Festnetz, Mo-Sa 14-20)
[email protected]
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