Kommentar zu den -Regeln: Die Pandemie im Kapitalismus führt in eine dystopische Gesellschaft!

Ja, ist gefährlich. Ja, wir müssen alle aufpassen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet. Und ja: Dafür braucht es auch Regeln. Aber ein aktuelles Beispiel aus Leinach im Landkreis Würzburg zeigt: Die Corona-Regeln beschränken in viel zu großem Maße das private Leben. In Leinach trafen sich laut Polizei am Freitagabend zwei Frauen und zwei Männer in einer Privatwohnung.
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In typisch deutscher Denunziatenmanier riefen die Nachbarn die Polizei, da es aktuell nur erlaubt ist sich mit einem anderen Hausstand zu treffen. Die vier Personen waren jedoch alle aus anderen Haushalten. Typisch bayerische Polizei: Die Beamten gingen der Denunziation der Nachbarn nach, traten ins Haus ein (was einen massiven Grundrechtseingriff darstellt) und suchten die vier Personen im Haus. Zwei versteckten sich sogar hinter einer Toilettentür.
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Doch die Polizei fand sie und nun erwartet die vier Personen eine Ordnungswidrigkeitsanzeige!

Währenddessen arbeiten so gut wie alle Menschen weiter – oft mit wenigen oder gar keinen Schutzmaßnahmen. Schüler:innen quetschen sich jeden Morgen zur gleichen Zeit in den notorisch überfüllten Nahverkehr und sitzen in schlecht belüfteten Räumen mit etwa 30 Anderen zusammen.
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Das ganze erinnert mittlerweile einer dystopischen Gesellschaft. Du sollst arbeiten, produzieren, funktionieren und dein Privatleben unterliegt der Kontrolle des Staates. Alles was Spaß macht ist verboten. Immer mehr Menschen leiden psychisch unter den enormen Beschränkungen des Privatlebens.

Wenn wir als Gesellschaft Corona wirklich besiegen wollen, hilft uns keine preußische Verbotsmentalität und Kontrollgesellschaft.
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Was gegen Corona hilft ist Achtsamkeit (auch in der Schule und auf der Arbeit) und Solidarität. Die viel zu scharfen Regeln fürs Privatleben führen nur zu komplettem Widerstand gegen auch eigentlich sinnvolle Regeln, wie die Maskenpflicht im Einzelhandel und ÖPNV.

Zudem muss endlich eine soziale Lösung für die Krise gefunden werden. Die Reichen werden immer reicher, während Millionen Menschen aus Kultur, Gastronomie oder Tourismus komplett verarmen.
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Unsere Regierungen handeln im Interesse "der Wirtschaft" und es offenbart sich, noch deutlicher als sonst, in welch profit- und leistungsorientierter Gesellschaft wir leben – im Kapitalismus. Zeit, sich dagegen zu wehren und gleichzeitig die Pandemie ernst zu nehmen. Es droht weiterhin eine Überlastung des nach wie vor vollkommen unterfinanzierten Gesundheitssystems.

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P.S.: Die Sekte um „Querdenken“, die durchsetzt ist mit Antisemit:innen und Nazis, ist keine Alternative, da sie keine sozialen Lösungen formuliert und in ihrem Verschwörungswahn die Pandemie als „harmlos“ oder „nichtexistent“ darstellt.
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