Gastronom:innen demonstrieren für Perspektiven

Am Sonntag, 07. März 2021, demonstrierten rund 35 Menschen aus der Würzburger Gastronomie für „Perspektiven“. Aufgerufen zur Demonstration hatte die Gaststätte Mauerwerk. In ihrem Aufruf distanzierten sie sich vom verschwörungsideologischen „Querdenken“-Klientel.

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Bei schönem Wetter trafen sich drei Dutzend Menschen und liefen durch die belebte Würzburger Innenstadt. Sie riefen „Wir brauchen Perspektiven“. Aus den Boxen lief Partymusik, die sich mit Texten wie „Schatzi trag einen Mundschutz“ vom täglichen „Eltern stehen auf“-Spaziergang distanzierte. Zudem trugen alle Teilnehmer:innen Maske und hielten ausreichend Abstand.
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Für Unverständnis sorgte bei vielen die Distanzierung im Aufruf von "der Antifa". Damit setze man die rechtsesoterische Querdenken-Bewegung und Nazis mit denen gleich, die Widerstand gegen antisemitische und rassistische Gruppierungen leisten.

Die Demonstrant:innen veranstalteten am sehr belebten Unteren Markt ihre Kundgebung. Etwa hundert Passant:innen lauschten den Reden der Gastronom:innen. Dort kritisierten sie, dass zu wenig staatliche Hilfe bei ihnen ankomme. [3/x]

Volle Kosten, wie GEMA, Strom, Pacht liefen weiter, dabei hätten viele ihre Rücklagen längst aufgebraucht. Viele Gastwirt:innen hätten in Schutzmaßnahmen gegen das Virus investiert.

Zudem breche der Bierabsatz ein und vielen Brauereien droht die Pleite. Die Arbeiter:innen würden bei der Kurzarbeit zusätzlich belastet, indem sie nun noch Steuern auf ihren niedrigeren Lohn nachzahlen müssen. Die Veranstalter:innen wünschen sich „Perspektiven“. [4/x]

Sie sehen dabei Hoffnung in den Schnelltests, die einem „wenigstens für einen Tag anzeigen, ob man positiv ist“. In Gaststätten seien Maßnahmen wie Maske oder Abstände im Sicherheitskonzept integriert. „Das ist derzeit bei den hunderten von Menschen an den Mainpromenaden nicht gegeben“, so die Veranstalter:innen. Zudem führten die Maßnahmen zu immer mehr Armut. Sie forderten nicht, dass man das Virus weniger ernst nimmt, sondern dass es Perspektiven auch für die Gastronomie geben müssen.
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Viele Passant:innen klatschten für d. Rede. Ein Barbetreiber nahm sich danach das Mikrophon: „Der November-Lockdown war okay. Man hat uns ja immerhin das Weihnachtsgeschäft versprochen.“ Doch d. Entschädigungen seien sehr spät gekommen & seit Jan. komme „nichts mehr“. Er könne „nicht von Luft und Liebe leben“. Auch er bekam solidarischen Applaus von d. anwesenden Spaziergänger:innen.
Nach d. Rede lief d. Demo unter Tupac „Changes“ über die Schönbornstraße und Juliuspromenade zurück zum Hbf.[6/x]

Die Demo zeigt, wie viele Menschen sich in der Coronakrise von den Regierenden im Stich gelassen fühlen. Heute, am 12.03.2021 um 15:30 Uhr demonstrieren Tätowierer:innen für ihre Rechte mit einer Kundgebung am Hauptbahnhof. Morgen, 13.03.2021 am 15 Uhr demonstriert ab Hauptbahnhof gegen die hohen Mietpreise in Würzburg. Nächste Woche Samstag, 21.03.2021 mobilisiert erneut das Mauerwerk zu einer Demonstration unter dem Motto „Selbstständige stehen auf“. [7/7]

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